Was Sie über das Coronavirus SARS-CoV-2 wissen sollten

Was Sie über das Coronavirus SARS-CoV-2 wissen sollten

Was Sie über das Coronavirus SARS-CoV-2 wissen sollten

Die Nachrichten über das Coronavirus reissen nicht ab. Sie nisten sich in unser Gehirn ein und sorgen nicht selten für Angst und Schrecken. Erfahren Sie bei uns, was das SARS-CoV-2 eigentlich ist und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

DAS Coronavirus gibt es nicht!

DAS EINE Coronavirus gibt es nicht. Denn es gibt gleich viele verschiedene Coronaviren, die allesamt zur grossen Familie der Coronaviridae gehören. Ihr Name ist darauf zurückzuführen, dass ihre stachelige Hülle an eine Krone (lat. corona) erinnert. (6)

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie schon längst einmal mit Corona infiziert waren. Denn kaum jemand hatte im Laufe seines Lebens noch keinen Coronovirus-Kontakt. Der Coronavirus HCoV-229E etwa ist ein beliebter Erkältungsvirus.

Ja, Coronaviren belegen – nach den Rhinoviren – Platz 2 all jener Viren, die Erkältungskrankheiten auslösen. Bis zu 25 Prozent aller grippalen Infekte sind auf Coronaviren zurückzuführen.

Laut Angaben der Universität des Saarlandes gehen Virologen davon aus, dass jede fünfte Erkältung dieser Viren-Familie zuzuschreiben ist. Meist führen Infektionen zu harmlosen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Im Falle von Coronaviren wie dem SARS-CoV-2 kann es aber durchaus auch zu einem schweren akuten Atemwegssyndrom kommen.

Wie sich das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ausbreitet

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 nun liess zunächst im chinesischen Wuhan die ersten Menschen erkranken. Die WHO wurde am 31. Dezember 2019 offiziell von den chinesischen Behörden darüber informiert, dass in der Stadt Wuhan seit Anfang Dezember 2019 mehrere Fälle von schwerer Lungenentzündung mit unbekanntem Erreger aufgetreten waren. Am 7. Januar 2020 wurde bekanntgegeben, dass es sich um ein bis dahin unbekanntes Coronavirus handle. (7, 9)

Sorge bereitet den Behörden insbesondere die Ausbreitung des SARS-CoV-2. Laut Angaben der WHO verlief die Verbreitung in China folgendermassen:

  • am 21. Januar 2020: 278 bestätigte Infektionsfälle und 6 Todesfälle
  • am 3. Februar 2020: 17.225 bestätigte Infektionsfälle und 361 Todesfälle
  • am 24. Februar 2020: 77.234 Infektionsfälle und 2.594 Tote

Neben China sollen bislang 16 Länder in Asien, 9 in Europa, 2 in Nordamerika sowie Australien betroffen sein. Ausserhalb von China sind inzwischen 2.079 Infektionen und 24 Todesfälle zu verzeichnen. (Stand: 24. Februar 2020). Weltweit sind die meisten Betroffenen in der chinesischen Provinz Hubei verstorben.

 

Wie gefährlich das SARS-CoV-2 wirklich ist

Lassen Sie sich von diesen Zahlen nicht einschüchtern. Denn an der Echten Grippe erkranken jährlich bis zu 20 Prozent der Bevölkerung – allein in Deutschland wären das 16 Millionen Menschen, wovon rund 20.000 sterben. (16) Trotzdem gerät kaum ein Mensch in Panik, wenn wieder einmal eine Grippewelle durchs Land zieht. Dieser Vergleich soll die Ausbreitung des SARS-CoV-2 keinesfalls bagatellisieren, aber verdeutlichen, dass übertriebene Ängste nicht gerechtfertigt sind.

Laut Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in München, wo einige der 16 Infizierten in Deutschland behandelt wurden, werde die Gefährlichkeit des Coronavirus überschätzt. Er gab an, dass die Sterblichkeit in China zwar mit 2 bis 3 Prozent angegeben werde, nach seinen Einschätzungen liege sie jedoch viel eher im Promillebereich und sei somit nicht höher als bei der Grippe. (22)

Er führt die Überbewertung darauf zurück, dass in China aufgrund der Kapazitätsengpässe nur die ganz schweren Fälle in Krankenhäuser aufgenommen würden. Das bedeutet im Klartext, dass die Zahl der Infizierten viel höher und in Folge die Sterblichkeitsrate viel geringer angesiedelt werden müsste.

Die Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus

Ohnmachtsanfälle zählen laut der WHO im Übrigen nicht zu den Symptomen einer Infektion mit SARS-CoV-2, sondern:

  • Erkältung
  • trockener Husten
  • Atemnot
  • Fieber
  • schwere Infektionen der unteren Atemwege
  • Lungenentzündung
  • Selten: Durchfall

Die durch das neue Coronovirus verursachten Symptome sind in den allermeisten Fällen harmlos und leicht mit einer Erkältung oder einem grippalen Infekt zu verwechseln. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen, nämlich zu einer schweren Lungenerkrankung, die man Covid-19 nannte.

Der Verlauf einer Infektion mit dem Coronvirus SARS-CoV-2

Meist verläuft eine SARS-CoV-2-Infektion unkompliziert und ist ungefähr in 10 Tagen bis 2 Wochen überstanden. So sind bisher alle Patienten in Deutschland in einem stabilen Zustand oder bereits genesen, nur 2 von ihnen litten an leichtem Fieber. Inzwischen konnten auch die ersten Quarantänen wieder aufgehoben werden, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am 9. Februar mitteilte. (23)

Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten und/oder älter waren. Ausschlaggebend waren eine geschwächte Abwehrkraft oder eine übersteigerte Immunreaktion. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Atemwegserkrankungen sind – wie bei jeder Grippe – am meisten gefährdet.

Was Sie bei einem Infektionsverdacht tun sollten

Wie gewöhnlich in der Winterzeit leiden zurzeit viele Menschen an einer Erkältung oder Grippe. Viele fragen sich, ob sie sich womöglich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben. Entscheidend sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Februar 2020) nicht die Symptome, sondern ob ein Kontakt mit dem neuen Coronavirus überhaupt möglich gewesen sein kann.

Nur wenn Sie im Risikogebiet der chinesischen Provinz Hubei unterwegs waren oder eventuell Kontakt mit einer erkrankten Person hatten und danach innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln sollten, ist es wichtig, dass Sie sich an einen Arzt wenden. Denn bislang sind alle Erkrankungen, darunter die in Europa festgestellten, mit China-Reisen in Verbindung zu bringen.

Gehen Sie aber nicht einfach in eine Praxis oder ein Krankenhaus, sondern rufen Sie zuvor dort an und schildern Sie Ihren Verdacht. Denn auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass entsprechende Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden – etwa dass Sie nicht im vollen Wartezimmer sitzen – um weitere Ansteckungen zu verhindern, was übrigens auch bei einer „normalen“ Grippe im Grunde sinnvoll wäre oder bei einer starken Erkältung, denn wie schnell hat man sich angesteckt – auch wenn man nur mal eben Blut abnehmen lassen wollte.

Die Diagnose einer Infektion mit dem Coronavirus

Bei Infektionsverdacht findet dann zunächst unter Einhaltung der Hygienebestimmungen (z. B. Mund-Nase-Schutz) eine körperliche Untersuchung statt. Anschliessend erfolgt eine Laboruntersuchung, wobei z. B. ein Abstrich aus dem Rachenraum genommen wird. Daraufhin wird getestet, ob eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 oder anderen Viren vorliegt. Liegt in puncto SARS-CoV-2 ein Verdachtsfall vor, wird das zuständige Gesundheitsamt darüber informiert, um eine Quarantäne einzuleiten.

Wie sinnvoll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist

Seit das neue Coronavirus im Umlauf ist, sind vielerorts die Mund-Nasen-Schutzmasken in Apotheken ausverkauft. Dabei ist es bislang nicht wissenschaftlich belegt, dass das Tragen solcher Atemmasken in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung deutlich verringert (Eigenschutz).

Empfohlen wird ein Mund-Nasen-Schutz nur bei der Pflege von erkrankten Personen, etwa in Krankenhäusern, um das Infektionsrisiko der Pflegenden zu reduzieren. Auch Menschen, die selbst an einer akuten Atemwegsinfektion leiden, wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz empfohlen, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen. Denn dadurch kann das Risiko verringert werden, andere Personen durch Tröpfchen anzustecken (Fremdschutz). Professor Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, hat u. a. den ersten Corona-Fall in Deutschland behandelt. Er hält nichts davon, in Europa mit Atemmasken herumzulaufen. Der Schutz sei nämlich nur bei einer hohen Durchsetzung in der Bevölkerung sinnvoll. Vor Ort in China möge dies der Fall sein, nicht aber hierzulande. (24)

Wer dennoch eine Atemmaske verwenden möchte, sollte wissen, dass nur solche der Kategorien FFP2 und FFP3 wirklichen Schutz bieten. Zudem müsste die Maske alle paar Stunden ausgetauscht werden, da sie feucht wird und dann der Filter nicht mehr funktioniert. Auch müsste der Mund-Nasen-Schutz enganliegend getragen werden, korrekt sitzen und auch nicht unabsichtlich verschoben werden.

Wie man sich selbst und andere vor einer Ansteckung effektiv schützen kann

Egal, ob Erkältungssymptome durch das SARS-CoV-2 oder durch Grippeviren verursacht werden: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gelten dieselben Empfehlungen, um sich selbst oder andere Menschen vor einer Ansteckung zu bewahren: (3)

  • Händewaschen: Zahlreiche Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen. Wenn Sie Ihre Hände gründlich und regelmässig waschen, können Sie die Anzahl der Keime auf bis zu ein Tausendstel senken. Sie reduzieren dadurch das Risiko, dass Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Halten Sie Ihre Hände unter fliessendes, lauwarmes Wasser, seifen Sie die Handinnenflächen, den Handrücken, die Finger, die Fingerzwischenräume und Fingernägel für 20 bis 30 Sekunden gründlich ein. Spülen Sie die Hände dann unter fliessendem Wasser und trocknen Sie sie gründlich ab.
  • Korrekte Husten- und Nies-Etikette: Um zu verhindern, dass beim Husten oder Niesen Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden, sollten Sie mindestens einen Meter Abstand von anderen bzw. kranken Personen nehmen und sich wegdrehen. Am besten ist es, Sie niesen oder husten in ein Einwegtaschentuch, das Sie dann sofort entsorgen. Wenn kein Taschentuch in Reichweite ist, halten Sie sich nicht die Hände, sondern die Armbeuge vor Mund und Nase.

QUELLE: ZENTRUM DER GESUNDHEIT MÄRZ 2020