Organtheorie

Die Elementare Organtheorie geht zurück auf den persischen Arzt und Philosophen Ali Ibn Sina, in Europa auch bekannt unter dem Namen Avicenna (980-1037), der das medizinische Wissen seiner Zeit in dem Gesamtwerk „Al-Kanoon“ (das Gesetz) zusammenfaßte und als der weltweit beste Arzt seiner Zeit galt (Siehe auch „der Medicus“ von Noah Gordon, Droemer Knaur, München 1987). Der Al-Kanoon war jahrhundertelang das Grundlagenwerk der medizinischen Ausbildung in Europa.

Der pakistanische Arzt Saber Multani (9.7.1906-19.5.1972) hatte Schulmedizin studiert, war aber mit den Behandlungserfolgen nicht zufrieden und hat sich daher eingehend mit Ayurveda, Chinesischer Medizin, Homöopathie und der Medizin von Ibne Sina beschäftigt, die im Laufe der Zeit von der ursprünglichen Lehre sehr weit abgewichen war. Dann studierte er 32 Jahre lang den Koran und fand im Koran die Grundprinzipien, aus denen er die Elementare Organtheorie zusammenstellte. Da er diese wiederum auch im Al-Kanoon wiederfand, überarbeitete und modernisierte er den Al-Kanoon und paßte ihn der heutigen Zeit an. Er verfaßte ca. 15 bis 16 Fachbücher, die verschiedene Spezialgebiete behandeln, von denen eines der grundlegenden Werke mit dem Titel „Grundgesetze der Medizin“ am 1.2.1958 im Verlag Hakim-e-Inkalab, Lahore, Pakistan erschienen ist. Die Elementare Organtheorie ist z.Z. (2008) in Pakistan sehr bekannt und wird dort von Naturärzten und Schulmedizinern ausgeübt.

Die Elementare Organtheorie basiert auf ähnlichen Grundannahmen wie der Ayurveda und die Chinesische Medizin, die Fachbegriffe und Heilungsmethoden unterscheiden sich aber deutlich.

Im folgenden nun der Versuch einer Zusammenfassung, wobei erwähnt werden muß, daß das Erlernen dieser Medizin ein aufwendiges und langjähriges Studium und Praktizieren erfordert und somit hier nur eine oberflächliche Darstellung möglich ist.

Die Elementare Organtheorie basiert auf dem Modell der Elemente, Temperamente und Säfte, die auch in der Ayurveda-Medizin und der Chinesischen Medizin wiederzufinden sind, und der drei Organgruppen Leber, Herz und Gehirn. Danach wird alles im Universum aus den vier unteilbaren Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde zusammengesetzt. Feuer hat das Temperament warm-trocken, Luft warm-feucht, Erde trocken-kalt und Wasser feucht-kalt. Alle Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen enthalten diese Elemente in einer bestimmten individuell von Gott vorgegebenen Zusammensetzung, aus der sich ein bestimmtes Temperament ergibt. Die Temperamente sind immer Mischtemperamente, und es gibt die Temperamente trocken-kalt, trocken-warm, warm-trocken, warm-feucht, feucht-warm und feucht-kalt, wobei das vorne stehende immer das mit dem größeren Anteil ist. Wenn das Temperament ausgeglichen ist, d.h. dem von Gott vorgegebenen am nächsten kommt, ist der Mensch gesund. Wenn das Temperament unausgeglichen ist, d.h. ein Zustand (z.B. Kälte) überwiegt, wird man krank. Dabei können alle drei Organsysteme Herz (bzw. alle Muskelzellen), Leber (bzw. alle Schleim- und Drüsenzellen) und Gehirn (bzw. alle Nervenzellen) angegriffen werden. Da Mineralien, Pflanzen und Tiere auch bestimmte Temperamente haben, kann man nun das unausgeglichene Temperament, das durch Pulsdiagnose festgestellt wird, wieder ins Gleichgewicht bringen und somit die Gesundheit wiederherstellen durch das Essen von bestimmten Nahrungsmitteln und natürlichen Stoffen – die in den Kapseln oder Pillen enthalten sind und ein bestimmtes Temperament haben ( siehe auch Ernährungsbogen). Wenn jemand z.B. kalt-feucht ist, d.h. er hat zuviel Kälte und Feuchtigkeit im Körper, muß er z.B. alles essen, was ein trocken-warmes Temperament erzeugt. Die Heilung ist abhängig von dem Schweregrad der Erkrankung und kann mehrere Jahre dauern. Bei der Behandlung werden nicht bestimmte Symptome behandelt, sondern das im Menschen vorhandene Selbstheilungssystem (Immunsystem) wird aktiviert und dazu gebracht, die Heilung selber durchzuführen.