Aktuelle Untersuchungen über das „ach so schädliche Fett“ in unserer Nahrung.

Aktuelle Untersuchungen über das „ach so schädliche Fett“ in unserer Nahrung.

Die Intensität fettarmer Ernährung bestimmt das Ausmaß der langfristigen Gewichtabnahme.
In der unabhängigen – vom Geld der Lebensmittelindustrie – wissenschaftlichen Zeitung THE LANCET fand ich folgende Untersuchungen:
Einfluss von fettarmer Ernährung auf langfristige Gewichtsabnahme bei Erwachsenen; THE LANCET Diabetes & Endocrinology

Hintergrund:
Die Effektivität fettarmer Ernährung für langfristige Gewichtsabnahme wird seit Jahrzehnten diskutiert, wobei randomisierte, kontrollierte Studien (RCT) und jüngste Prüfungen gemischte Ergebnisse brachten. Unser Ziel war es, die zahlreichen klinischen Belege von RCT zusammenzufassen, um festzustellen, ob fettarme Ernährung zu einer größeren Gewichtsabnahme führt als die übliche Ernährung des Teilnehmers, eine kohlehydratarme Ernährung und andere Ernährungsinterventionen mit höherem Fettgehalt.
Methoden:
Wir führten eine systematische Prüfung und eine Metaanalyse bezüglich Zufallswirkungen von RTC durch und verglichen die Langzeitwirkung (≥ 1 Jahr) fettarmer Ernährung und einer solchem mit höherem Fettgehalt auf die Gewichtsabnahme. Dazu wurden die Datenbanken MEDLINE, Embase, das Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL) und die Cochrane Datenbank systematischer Übersichtsarbeiten durchsucht, um geeignete Studien von der Gründung der Datenbank bis zum 31. Juli 2014 zu identifizieren. Studien wurden ausgeschlossen, wenn eine Interventionsgruppe eine nicht auf Ernährung beruhende Gewichtsabnahmekomponente einschloss, die andere aber nicht, sowie Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln oder Interventionen mit Nahrungsersatzgetränken. Den veröffentlichten Berichten wurden Daten über die wichtigste Ergebnismessung der mittleren Differenz der Gewichtsabnahme zwischen Interventionen und Daten darüber entnommen, ob Interventionen für Gewichtsabnahme, Gewichtserhaltung oder keines von beidem vorgesehen waren. Wir schätzten die gepoolte gewichtete mittlere Differenz (WMD) mit einer Methode der zufallsbedingten Wirkungen nach DerSimonian und Laird.
Ergebnisse:
Durch die Suche wurden 3517 Zitate ermittelt und 53 Studien entsprachen unseren Einschlusskriterien, einschließlich 68.128 Teilnehmern (69 Vergleichen). In Studien zur Gewichtsabnahme führten kohlehydratarme Interventionen zu signifikant höherem Gewichtsverlust als fettarme Interventionen (18 Vergleiche; WMD: 1,15 kg [95%-CI: 0,52–1,79]; I² = 10 %). Fettarme Interventionen wiesen im Vergleich zu anderen fettreicheren Gewichtsabnahmeinterventionen keine Unterschiede bei der Gewichtsabnahme auf (19 Vergleiche; WMD: 0,36 kg [–0,66 bis 1,37; I² = 82 %) und führten nur im Vergleich zu einer normalen Ernährung zu einer größeren Gewichtsabnahme (acht Vergleiche; –5,41 kg [–7,29 bis –3,54]; I² = 68 %). Ähnlich zeigten Studien ohne Gewichtsverlust oder Studien zur Gewichterhaltung, für die keine Vergleiche mit kohlehydratarmer Ernährung erfolgten, dass fettarme Interventionen gegenüber fettreicheren eine ähnliche Wirkung auf Gewichtsabnahme haben und dass fettarme Interventionen nur im Vergleich zu normaler Ernährung zu größerem Gewichtsverlust führten. In Gewichtsabnahmestudien führten Gewichtsverlust-Interventionen mit höherem Fettgehalt zu signifikant größerem Gewichtsverlust als fettarme Interventionen, wenn sich die Gruppen bei der Nachbeobachtung um mehr als 5 % aus Fett gewonnene Kalorien unterschieden (18 Vergleiche; WMD: 1,04 kg [95%-CI: 0,06 bis 2,03]; I² = 78 %) und wenn der Unterschied bei Serum-Triglyzeriden zwischen den beiden Interventionen bei der Nachbeobachtung mindestens 0,06 mmol/l betrug (17 Vergleiche; 1,38 kg [0,50 bis 2,25]; I² = 62 %).
Interpretation:
Diese Erkenntnisse legen nahe, dass die Langzeitwirkung einer fettarmen Ernährung auf das Körpergewicht von der Intensität der Intervention in der Vergleichsgruppe anhängt. Im Vergleich zu Ernährungsinterventionen ähnlicher Intensität unterstützt der Nachweis aus RCT fettarme Ernährung nicht gegenüber anderen Ernährungsinterventionen für langfristige Gewichtsabnahme

Braten in Olivenöl macht Gemüse gesünder als Kochen in Wasser

Gemüse, das in Olivenöl gebraten wurde, ist offenbar gesünder als in Wasser gekochtes. Zu diesem Schluss kamen spanische Wissenschaftler in einer in „Food Chemistry“ publizierten Studie. Durch das Olivenöl werden dem Gemüse nämlich noch mehr phenolische Bestandteile hinzugefügt und seine antioxidative Kapazität steigt.
Die Forscher der Universität Granada wollten untersuchen, wie sehr verschiedene Zubereitungsmethoden die antioxidative Kapazität und den phenolischen Gehalt von für die mediterrane Ernährung typischen Lebensmitteln verändern. Dafür führten sie Versuche durch, bei denen sie 120 Gramm-Würfel von Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Kürbis entweder in extra nativem Olivenöl frittierten oder sautierten, in Wasser kochten oder in einem Olivenöl-Wasser-Gemisch kochten.
Nach dem Verarbeiten wurde von allen Speisen Feuchtigkeit, Fettgehalt, Trockenmasse, Gesamtzahl der Phenole und die antioxidative Kapazität erhoben. Zusätzlich wurde bei allen Gemüsearten mittels Hochleistungs-Flüssigkeitschromatografie der individuelle phenolische Gehalt festgestellt.
Durch das Braten im Olivenöl stieg zwar der Fettanteil an und die Feuchtigkeit ging zurück, gleichzeitig wurden dem Gemüse aber zusätzliche Phenole hinzugefügt, was beim Kochen in Wasser nicht geschah. Die antioxidative Kapazität wurde bei sämtlichen Zubereitungsmethoden entweder erhalten oder erhöht.
„Daher müssen wir betonen, dass Frittieren und Braten die phenolische Zusammensetzung konserviert oder sogar verstärkt. Hydrothermale Kochmethoden können dann empfohlen werden, wenn das Essen gemeinsam mit dem Kochwasser verzehrt wird, obgleich der Zusatz von extra nativem Olivenöl das phenolische Profil bessert und die Mängel des rohen Gemüses ausgleicht“, erläuterten die Studienautoren.

Für Fragen zu diesen Artikeln, die unsere Ernährungsphilosophie gut beschreiben, stehen wir gerne zur Verfügung.